Die Bilder des Wanderweekends 2011 sind in "Galerie, Galerie 1 und Galerie 2" zu finden!
Ahnengalerie auf "Galerie 3".
 
 
 
 

Welche Lebenserwartung hat ein Magyar Vizsla?  

 
Beim Zusammenstellen der „Ahnengalerie“, dem Betrachten der Bilder und der Lebensspannen hat sich mir diese Frage gestellt.
Natürlich gibt’s darauf keine gültige Antwort in Form einer Zahl.
Dennoch habe ich mir in einer ersten Annäherung an die Antwort eine numerische Information besorgt: Durch den Kontakt mit den Erdö-Besitzern sind uns natürlich die genauen Lebensdaten „unserer“ Hunde bekannt (und in der „Ahnengalerie“ verewigt). Ich habe die Lebensspannen derjenigen 19 Erdö-Vizslas addiert, die uns vom D, E, F, G und H-Wurf verlassen haben. Lopos‘ Unfall-Tod (im Alter von 1 Jahr und 8 1/3 Monaten in der Tierpension totgebissen) habe ich nicht mitberücksichtigt.  Die genannten Lebensspannen ergeben ein Total von 2759 gelebten Monaten. Dies wiederum ergibt eine Durchschnitts-Lebensspanne von 145,2 Monaten, also gut 12 Jahre.
Sicher ist gegenüber dieser Zahl Vorsicht angebracht, denn:
- Ein „n“ (Anzahl der untersuchten Individuen) von 19 ist für eine Statistik zuwenig aussagekräftig und kann nicht auf die Population einer ganzen Rasse extrapoliert werden.
- Genetik: Die Auslese der Zuchtpartner für unsere Zuchthündinnen mag auch eine Rolle spielen. Fast durchwegs wurden Rüden in mittlerem Alter bis ältere Rüden gewählt. Dies mit der Ueberzeugung, dass sich bei diesen Zuchtpartnern etwa vorhandene, genetisch bedingte Krankheiten bereits gezeigt hätten. Unserer Ansicht nach wird in der Vizsla-Zucht dem Faktor „Langlebigkeit“ zuwenig Beachtung geschenkt……
- Umwelt: Nicht zu vergessen ist selbstverständlich die Haltung der Hunde. Wir sind den Besitzern der Erdö-Vizslas unendlich dankbar, dass sie derart enge Mensch-Hund- Beziehungen zulassen, dass krankheitsbedingte Verhaltensänderungen frühzeitig auffallen. Die Bereitschaft der Halter, solchen Beobachtungen Taten folgen zu lassen, mag manchem Hund zusätzlich gemeinsame Zeit mit seiner Bezugsperson geschenkt haben.
Was antworten wir denn nun auf die von einem Interessenten gestellte Frage nach der Lebenserwartung eines Magyar Vizsla?  Wir glauben, dass es richtig ist, einen Bereich „um 10 Jahre“ anzugeben, natürlich mit den angedeuteten Zusatzinformationen betreffend Haltung und Genetik. Betrachten wir „Zusatz-Jahre“ als ein willkommenes Geschenk.
 
 
 
 

2010 – ein Leptospirose – Jahr ?  

 
Von einem erhöhten Leptospirose-Risiko geht man immer dann aus, wenn (meistens durch Ueberschwemmungen) Tümpel, Hinterwasser, kurz grosse Flächen stehenden Wassers entstehen können. Darin können sich dann die Leptospiren entwickeln und Menschen und Tieren gefährlich werden. In der Schweiz war 2010 sicher kein erhöhtes Risiko zu vermelden; und trotzdem wars für unser Rudel ein ernstzunehmender Kontakt mit diesen Krankheitserregern.
 
Einer unserer älteren Hündinnen schien es im Frühjahr gesundheitlich nicht mehr gut zu gehen. Ihr Brustkorb verbreiterte sich zusehends. Sie wirkte bedrückt. Zudem war sie mehr und mehr inkontinent. Nähere Abklärungen beim Tierarzt, Blutbilder, Gabe von verschiedenen Medikamenten (Caniphedrin, Incurin) zeigten wenig bis keine Wirkung.
 
Zu Beginn unseres Frankreich-Aufenthaltes zeigte sich bei ihr eine sehr starke Augenentzündung, die wir dem Veterinär zeigten. Der behandelte die Symptome, vermutete aber, nachdem er von uns Näheres über den Allgemeinzustand der Hündin vernommen hatte, mehr dahinter. Eine genaue Ultraschall-Untersuchung bestätigte die Befürchtungen: Die Milz war stark angeschwollen und 4x so dick wie normal! Das auf Leptospirose-Titer untersuchte Blutserum bestätigte dann seine Diagnose: Leptospirose! Dies bei einer 12-jährigen (und jährlich kombi-geimpften) Hündin! Was war für die Hündin zu tun? Was für das übrige Rudel, das keine Symptome zeigte?
 
Die Hündin wurde mit starken Antibiotika und Entzündungshemmern therapiert. Obwohl  das Rudel noch kombi-geimpft war, wurden alle Hunde zusätzlich gegen Leptospirose allein geimpft.  
 
Ein späterer zweiter Serum-Untersuch brachte schliesslich die Gewissheit, dass sämtliche Titer bei unserer Patientin wieder im Normbereich lagen. Eine abschliessende Ultraschall-Untersuchung im Herbst zeigte eine wieder normalgrosse Milz. Auch das Rudel überstand diese Situation ohne Schaden.
 
Was war geschehen?
Die in der Schweiz verwendete und auch von uns als sicher angesehene Kombi-Impfung hat (was die Leptospirose betrifft) in Hundehalterkreisen weitgehend unbekannte Mängel. Momentan sind 200 Leptospiren-Stämme bekannt. Nicht alle dieser schraubenförmigen und beweglichen Bakterien verursachen Krankheitssymptome. Die 8 häufigsten Stämme wurden bei unserer Hündin getestet:
L. bratislava / L.copenhageni (icterohaemorrhagiae) / L. australis  / L. pomona / L. grippotyphosa / L. autumnalis / L. canicola / L. saxkoebing
Im in Europa verwendeten Kombi-Impfstoff aber werden nur gerade 2 im Leptospirose-Anteil abgedeckt (L.copenhageni und L. canicola). Das macht wohl Sinn, denn es sind diejenigen, die am weitesten verbreitet und für praktisch alle Leptospirose-Erkrankungen verantwortlich sind. Dennoch wurden in der Schweiz auch bereits Erkrankungen durch andere als die geimpften 2 Bakterienstämme diagnostiziert (L.australis).
 
Aber: Unsere Hündin (obwohl 12 Jahre durchgeimpft) erkrankte an L.copenhageni. War’s ein simpler Impfdurchbruch? War‘s eine  momentane, vom Immunsystem des Tieres nicht aufgefangene Doppelbelastung durch L.copenhageni und einen weiteren verdeckten Infekt?
Eine weitere Vermutung wäre, dass der Bakterien-Stamm eine Mutation erfahren hätte und darum vom durch den ursprünglichen Erreger aufgebauten Immunsystem nicht mehr erkannt wird. Wir wissen es nicht.
 
Was sind die Konsequenzen daraus?
-  Wir werden nach Möglichkeit zu vermeiden suchen, dass unsere Hunde in den wärmeren Jahreszeiten in stehenden Gewässern baden und daraus trinken.
-  Für unser Rudel haben wir die Impftermine geändert. Der feste Kombi-Impftermin bleibt; zusätzlich aber werden wir immer im Frühling noch eine separate Leptospirose-Impfung ansetzen, so dass die maximale Abwehr in der Leptospiren-Hauptsaison erreicht werden kann.
 
Es bleibt nur zu hoffen, dass in nächster Zeit neue Impfstoffe den Markt erreichen werden, die nicht nur gegenüber L.copenhageni und L.canicola effektivere Resultate zeigen, sondern auch die übrigen 6 Haupterreger mit einschliessen.
Ein erster Schritt in diese Richtung ist in Amerika getan worden: Dort ist ein Impfstoff auf dem Markt, der zu den beiden üblichen auch noch die beiden Stämme L. grippotyphosa und L. pomona enthält. Hoffen wir, dass er sich bewährt. (Quelle: www.diavet.ch)
 
 
 
 

Literatur - Hinweise

 
Wir möchten die folgenden Bücher empfehlen:
 
Dr.med.Norbert Satz: Zecken - Krankheiten. Ein Ratgeber für Gesunde und Betroffene mit Beispielen von Patienten. Hospitalis-Buchverlag. Zürich. 2000. 3.Aufl.
 
Das Buch bietet zuerst eine Uebersicht über die Biologie der Zecken und die von ihnen übertragbaren Krankheiten. Ein weiterer Teil ist dem Schutz vor den Bösewichtern, sowie deren Entfernung im Falle eines Bisses gewidmet. Ein letzter Abschnitt ist für einige Krankheitsverläufe reserviert. Besonders praktisch ist das beigefügte Glossar, das die unvermeidlichen medizinischen Fachausdrücke erklären hilft. Der Autor bemüht sich, das Thema durch Fotos und Karten anschaulich darzustellen. Ein empfehlenswertes Büchlein! Weitere Infos über das Thema Zecken auf der Website des Autors: www.zecken.ch.
 
 
 
 

Chris C.Pinney, D.V.M.: Vizslas. Everything about Purchase, Care, Nutrition, Grooming, Behavior, and Training. Barron's. ISBN 0-7641-0321-0

 
Dieses kleinformatige broschierte Büchlein verspricht eine Gesamtsicht des Vizsla, was natürlich auf den etwas mehr als 100 Seiten kaum möglich ist. Ein zusätzliches Hindernis mag die amerikanische Sprache sein. Dennoch vermittelt dieses schön bebilderte und mit erläuternden Zeichnungen und Tabellen versehene Werk einen guten Einblick auf die amerikanische Sicht unseres Semmelgelben. Mit dem Erstehungspreis von 6 Dollar 95 oder ungefähr 16 Franken ist es sicher nicht ein Zentralwerk, aber eine Bereicherung für jede Vizsla-Bibliothek.
 
 
 
 

Marion I.Coffman: Versatile Vizsla. Alpine Publications Inc. P.O.Box 7027 Loveland, CO 80537 USA 1991. ISBN 0-931866-54-5

 
Dieses grossformatige und umfangreiche Buch (über 250 Seiten), reich ausgestattet mit SW-Aufnahmen und erläuternden Skizzen hat die Bezeichnung 'Standardwerk' sicher verdient. In amerikanischer Sprache wird zuerst auf die Geschichte des Vizsla (sowohl in Ungarn, als auch in Amerika und Kanada) und auf den Standard eingegangen. In der Folge behandelt das Werk die verschiedenen Lebensabschnitte des Vizsla mit ausführlichen Tips zu den verschiedenen für diesen Hund in Amerika möglichen Arbeitsbereichen. Selbst Hinweise zur Gesundheitsvorsorge, zur Aufzucht und zum alternden Hund sind enthalten. Wie bereits angetönt: Dieses Buch ist für alle Vizsla-Fans mit Englischkenntnissen, die den 'american-approach' zum Magyar Vizsla kennenlernen möchten, ein Muss!
 
 
 
 

Ingeborg Caminneci: Der Magyar Vizsla. Neumann - Neudamm. ISBN 3-7888-1005-X

 
Dieses erste deutschsprachige Rasseportrait (144 Seiten, zahlreiche Fotos) wird im Dezember 2004 erscheinen.  Über die Zucht, das Vorkommen und die Verbreitung der Rasse in der Schweiz und in Österreich schreiben neben der Autorin Ingeborg Caminneci  Margrit Hirsch(CH) und Josef Seidl (A). Farbfotos: Tonie Niessing (NL)
Bestellungen sind über die Website des MVCS möglich.
 
 
 
 

Es sagte ...................................................Albert Schweitzer:

 

Das Wenige, das Du tun kannst, ist viel - wenn Du nur irgendwo Schmerz und Weh und Angst von einem Wesen nimmst, sei es Mensch, sei es irgendeine Kreatur. Leben erhalten ist das einzige Glück.